Danke, vielen Dank

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Endlich haben wir wieder einen König. Wenn auch nur im australischen Dschungel. Möglich gemacht durch die Zuschauer einer Sendung die niemand anschaut aber alle Bescheid wissen.

Wir brauchen gerade in dieser unsicheren Zeit endlich wieder einen kleinen Halt. Einfach etwas für das Gemüt. Ein König kommt uns da zu Hilfe. Gut er ist etwas blass und sehr schüchtern. Aber sonst hat er eine gute Ausstrahlung und schöne braune Augen. Beim Sprechen rollt er das „R“ wie ein Bayer. Ist aber gebürtiger Türke. Das tut alles nichts zur Sache.

Warum haben ihn denn die Zuschauer zum König gewählt?

Ich habe da so meine Theorie. Er benutzt das Wort „Danke“ im Uebermass. Er bedankt sich für jeden Wildschweinehoden den er in der Dschungelprüfung essen muss, genauso wie für ein Paar Socken die ihm ein bereits abgewählter Kandidat schenkt.

Er dankt einfach immer und überall. Das kommt uns doch manchmal schon recht fremd und sperrig vor, dieses Danke.

Da zeigen wir doch lieber mit anderen Ausdrücken, dass wir am Zeitgeschehen teilhaben. Wir erleben den „Paradigmenwechsel“. Kaum einer weiss zwar was es heisst, klingt gut also wird es verwendet. Anmerkung: laut Duden ist es der Wechsel von einer wissenschaftlichen Grundauffassung zu einer anderen.

Gut, es ist dann wohl auch der Wechsel von der Kaffemühle zum Kaffevollautomaten im Haushalt gemeint.

Dann liebe ich auch den Ausdruck „Prozessorientiert“. Das ist man heutzutage sowieso in allem was wir tun. Sonst hätte alles keinen Sinn. Dem gegenüber ist natürlich „Entschleunigen“ schädlich das ist klar. Wenn ich zum Beispiel einfach einmal auf dem Sofa liege und nur an die Decke starre. Keinen Anruf entgegennehme und keine Mails lese. Dann entschleunige ich und nehme an keinem Prozess aktiv teil. Oder doch? Es ist verzwickt, denn schon die Entscheidung zur Entschleunigung ist doch ein Prozess. Was soll’s ich tue einfach nichts und damit basta.

Mein unangefochtener Liebling ist im heutigen Vokabular aber die „“Nachhaltigkeit“. Ich könnte aus der Haut fahren wenn ich lese, was alle nachhaltig sein soll und muss. Ich bin wahrscheinlich von ewig gestern denn ich halte es mit der Weisheit:

„Nur die Veränderung ist das einzig Beständige.“

Das hat mich bis heute nachhaltig geprägt.

Danke für das Zauberwort „Danke“. Ich glaube das war es warum die Zuschauer diesen introvertierten jungen Mann zum König des Dschungels gewählt haben.

Danken öffnet Türen viel nachhaltiger und prozessorientierter. Danken leitet dazu noch den Paradigmenwechsel ein.

Oder etwa nicht?

Mut zur Lücke

Nun haben wir endlich wieder einen Bachelor. Wunderbar. Die Sendung interessiert mich wirklich nicht. Aber etwas hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Es soll etwas mit ihm los sein, ist der Klatschpresse in grossen Lettern zu entnehmen. Ich habe gerade etwas Zeit und sehe mir den Artikel an. Ein Bild von Leonard Freier wird gezeigt. Ist doch ein netter junger Mann denke ich. Mir fällt nichts besonderes auf. Er sieht aus wie Millionen anderer Männer in seinem Alter. Also nichts aussergewöhnliches.

Der Bachelor RTL 2016 Kandidatinnen Leonard

Gut an seinen Familiennamen wird er sich inzwischen bestimmt gewöhnt haben. Aber sonst? Aha, jetzt kommt es. Er habe einen Silberblick und soll beim sprechen lispeln. Da haben wir es endlich.  Häme bricht über den Armen herein. Man kann halt nicht alles haben. Gut aussehen und soviele Mädchen haben die im Bachelorcamp um ihn herumschwirren werden, wie die Fliegen um den Kuhfladen. Glücklich alle jene die weder einen Silberblick haben noch lispeln. Vorallem bei Männern ist lispeln doof. Ist das so? Es werden bereits Stimmen laut die an die mütterlichen Instinkte der Bewerberinnen im Camp appellieren. Süss, soll das doch sein, meinen die einen und hätten gerne einen ewig grossen Jungen den sie dann verwöhnen und hätscheln könnten. Aber eigentlich wollten sie doch einen Mann, oder etwa nicht?

Verrückte Geschichte und sie zeigt einmal mehr, dass dem gar nicht so ist, wenn man meint gutaussehende Menschen hätten es leichter im Leben. Das wird einem seit es uns gibt, glaubhaft zu machen versucht. Eigentlich haben es, und das zeigt sich auch hier wieder, angeblich gut aussehende Menschen schwerer, denn nirgendwo lauern so viele Stolpersteine. Es wird jede Falte im Gesicht bemerkt. Ha, dem geht es auch nicht besser als mir freut sich männiglich wenn der Waschbrettbauch zur Plautze wird oder der Busen der Erdanziehung folgt.

Ich erinnere mich an die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Da gab es dieses amerikanische Topmodel, Lauren Hutton. Die hatte nicht nur einen Silberblick. Die hatte weisse Sterne in den Augen und eine Zahnlücke dazu. Mut zur Lücke? Ja, sie war das erfolgreichste Model jener Zeit mit 28 Titelbildern auf der Vogue.

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Ein Ausdruck weg von der mit Botox gebügelten Mimik ist mir immer noch lieber. Er zeigt einen Menschen und hat Charakter.

Vielleicht hat der neue Bachelor ja Glück und findet in seinem Camp die passende Partnerin. Ja und vorallem sollte man ihm wünschen und das ist immer wieder die Volksmeinung wenn es darum geht jemanden zu beurteilen: Er soll ja nicht die Bodenhaftung verlieren.

Ich habe noch keinen Menschen fliegen sehen der offenbar einfach nur gut aussieht!

Jeder Tag ein Feiertag

Gut, den Weltknuddeltag habe ich überstanden. Wenn auch ungeknuddelt. Macht aber nichts.

Heute aber war mir irgendwie zum feiern zumute. Es muss doch irgend etwas geben was heute gefeiert werden kann.

Hurra, es ist der Tag des Schokoladekuchens. Ich bin überglücklich. Das ist mein Lieblingskuchen und ich zögere nicht, beim Bäcker im Dorf ein grosses Stück zu erstehen. Zuhause mit einer Tasse Tee genossen, einfach herrlich ein richtiger Feiertag eben.

Ich frage mich wie wir das früher gemacht haben.

Da mussten wir immer so lange warten bis ein Feiertag da war. Meist ein Heiliger der da gefeiert wurde. Das gute daran war, dass wir an diesem Tag nicht zur Schule mussten. Aber sonst?

Heute gibt es fast jeden Tag einen Feiertag.

Es ist unglaublich was da alles zu Ehren kommt. Ich freue mich besonders auf den Februar da wird es den Tag des Regenwurms und des Nilpferdes geben. Ein Doppelfeiertag sozusagen. Beide feiern am 15. Februar. Schön, dass jemand an die Regenwürmer gedacht hat. Diese armen Wesen die meistens durch Zertreten ihr Leben verlieren. Ganz anders die Nilpferde. Sie sind gross, unberechenbar und gefährlich. Warum werden die gefeiert? Wohl weil ihre putzigen kleinen Oehrchen und die Nasenlöcher an der Wasseroberfläche zu sehen sind. Vielleicht noch ein Stück Rücken. Da hocken kleine Vögel drauf die ihnen die Parasiten von der Haut fressen. Eine Win-Win-Situation. Nilpferd wieder sauber und Vogel ernährt. Wenn doch nur alles so einfach wäre.

Der 13. März ist der Tag des Regenschirmöffnens im geschlossenen Raum. Den gibt es wohl, damit wir wieder einmal unsere Grenzen kennen lernen. Etwas tun, das doch sonst Unglück bringen soll. Ich weiss nicht bei welcher Selbsthilfegruppe dieser Tag geboren wurde.

Da wird mir dann der 16. März mehr Freude bereiten. Der Tag des Schluckaufs. Wenn ich mir vorstelle wie alle mit Schluckauf herumrennen, um diesen Tag zu begehen, muss ich jetzt schon herzlich lachen.

Am 26. März ist dann der Tag wo ich meinen eigenen Feiertag erfinden kann. Ich werde mir etwas überlegen.

Woher ich alle diese Feiertage kenne? Es gibt einen Kalender den ich hier nur empfehlen kann. Da werdet ihr immer etwas zu feiern finden.

www.kuriose-feiertage.de.

Morgen am 28. Januar da werde ich nicht feiern.

Das wäre dann nach dem heutigen Tag des Schokoladekuchens zuviel für meine Linie.

Es ist der Tag des Blaubeerpfannkuchens!

Winter ade?

 

Gerade waren sie doch noch da. Die Kinder und Jugendlichen die ihre Schlitten bei uns im Dorf zu den Hügeln zogen. Hinauf und dann durch den stiebenden Schnee hinunter gesaust ins Tal.

Wo sind sie nun? Der Frühling scheint sein sehr zeitiges Stelldichein zu geben und der Schnee ist weg. Genauso wie die Kinder im Hintergrund des Bildes.

Dafür ist die Spezies der Experten wieder aufgetaucht. Ich liebe Experten. Natürlich auch Expertinnen. Was würde ich ohne die denn jetzt machen? Zum Glück gibt es die wirklich. Denn was ich sonst im Internet niemals finden würde, sie haben eine Antwort.

Das ist gerade jetzt bei diesem Frühlingswetter sehr willkommen. Denn geht es so weiter mit dem Wetter dann ist nächsten Monat Sommer und die Ferien sind da, jawohl.

Die Experten lassen mich heute aufhorchen, denn sie haben herausgefunden bei welcher Art von Urlaub man an Gewicht zunimmt und bei welchen Ferien man erst noch was für die Figur tut. Klar, das könnte man auch selber erahnen. So einfach ist es eben nicht. Die Gleichung, herumsitzen macht dick und herumrennen macht schlank greift nicht. Zudem wäre diese These nicht von Experten beurteilt und demzufolge hätte ich auch keinen Rat was ich im Sommerurlaub tun sollte.

Also am Strand liegen und faulenzen ist die Grundlage für die Gewichtszunahme. Denn dann rollt man sich laut Experten höchstens noch zum Buffet im „All Inklusive Resort“. Das sind jene Hotels wo der reiseunfreudige Tourist direkt vom Flughafen zum Hotel gekarrt wird. Dort auch vierzehn Tage eingesperrt bleibt und nichts von Land und Leuten sehen wird. Was er sieht sind Berge von verführerisch angerichteten Speisen und Ströme von Alkohol. Die stehen vierundzwanzig Stunden am Tag zur Verfügung und sollten sie mal kleiner werden, sind sie im Nu wieder von fleissigen Händen aufgebaut. Dann sieht er noch die Liegestühle am Strand. So ein Leben führt dann zur Gewichtszunahme. Wirklich einleuchtend was Experten da herausgefunden haben.

Aber es gibt Licht im Dunkel. Städtereisen sind die sichere Garantie, um die Figur im Urlaub zu behalten. Oder sie sogar zu festigen. Denn, so die Experten, nirgendwo werden soviele Kilometer freiwillig zu Fuss zurück gelegt wie bei den Erkundigungen fremder Städte. Das muss ja zur Gewichtsreduktion führen, denn Städte bieten je nach dem soviele Sehenswürdigkeiten, da bleibt auch keine Zeit für ein anständiges Essen. Die Angst eine Attraktion zu verpassen ist grösser und treibt zu weiteren Gewaltsmärschen an.

Schön, und was werde ich nun im Urlaub machen? Beides gefällt mir nicht so richtig. Ich habe an eine Mischung aus Nichtstun und Aktionen gedacht. Aber ehrlich es fehlt mir eine Expertenmeinung, um mir die Gewissheit zu geben, dass auch das ein erholsamer und gesunder Urlaub sein könnte, der vorallem mir Spass macht.

 

Da war noch was

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Ach ja, dieser wunderbare vereiste Brunnen in einem Innenhof mitten in Zürich. Er lässt mich beinahe vergessen was alles diese Woche noch so los war.

Am 21. Januar war der Weltknuddeltag. Was? Weltknudddeltag, aha. Was macht man da? Man knuddelt eben alles und jeden der einem über den Weg läuft. Wunderbar, die Gelegenheit für alle Grippeviren von einem Träger zum andern zu springen. Da wundert man sich dann über die Grippeepidemie!

Will ich denn alle knuddeln. Ja es soll sogar gesund sein wird in den Medien berichtet. Es macht fröhlich und gerade in unserer schwierigen Zeit soll es das Zugehörigkeitsgefühl stärken. So ist das also. Ich habe hier bei mir auf dem Land nichts davon mitbekommen. Ich könnte sagen die Menschen sind das ganze Jahr über nett und freundlich. Man grüsst auf der Strasse auch Wildfremde. Müsste man sie denn an diesem Tag auch knuddeln? Das erstaunte Gesicht so eines Dorfbewohners möchte ich sehen.

Aber es braucht den Knuddeltag, ganz sicher. Es ist wie mit allen diesen Gedenktagen. Von Valentinstag bis Muttertag. Einmal im Jahr kann man sein Gewissen beruhigen. Man hat ja daran gedacht. Dann weiter zur Tagesordnung. Bis zum nächsten Jahr. Was dazwischen ist zählt nicht. Wie schön wäre es doch, wenn halt einfach mal so geknuddelt wird. Aber bitteschön, ich möchte selber bestimmen wen ich knuddle und von wem ich geknuddelt werde.

In Davos ging das Weltwirtschaftsforum zu Ende. Mit grossartigen Erkenntnissen. Die Roboter kommen. So, so. Die kommen seit ich denken kann. Aber jetzt sollen sie uns wirklich das fürchten lehren. Stellen abbauen und alles für uns erledigen. Gut das kennen wir auch schon. Zumindest jene die sich den Rasen vor dem Eigenheim durch so einen Mähroboter maniküren lassen. Oder auch der Roboter der staubsaugt. Beide habe ich nicht im Gebrauch. Einmal weil ich keinen Rasen zu pflegen habe und dann weil für mich staubsaugen so etwas meditatives hat. Jeder Krümel am Boden hat seine Geschichte und liegt aus einem Grund doch da. So jedenfalls denke ich wenn ich sie im Staubsaugerrohr verschwinden sehe. Ich mache mir mehr Gedanken wie wir mit diesen Robotern umgehen werden. Es werden neue Berufsbilder entstehen, ganz bestimmt. Roboteroperateure wird es geben. Gibt es doch schon. Nämlich diese US Soldaten die irgendwo in versteckten Basen, vielleicht in Colorado oder Idaho mit ferngesteuerten Drohnen spielen. Diese vernichten dann im fernen Afghanistan oder sonstwo die bösen Feinde. Manchmal halt auch liebe Menschen. Aber das wissen sie nicht, denn es ist wie Playkonsole spielen. So einfach ist es mit diesen Robotern. Nein, ich kann mir durchaus Roboteroperateure in allen Berufen vorstellen. Denn es ist doch wie ehedem bei diesen Tamagochis aus den 80er Jahren. Wenn sie nicht gefüttert werden, tun sie auch nichts. Heisst wenn keiner sie programmiert haben sie auch keine  Ahnung was sie machen sollen. Also hier steckt doch unsere Chance da bin ich zuversichtlich. Da wird es uns Menschen brauchen.

Es wird uns weiter brauchen da bin ich ganz sicher. Nur wir müssen umdenken. Das ist doch eine Fähigkeit die wir Menschen immer gehabt haben. Uns mit neuen Lebensformen bekannt zu machen und dann unser Ueberleben zu sichern. Wenn ich in den Medien lese was dazu gerade ein weltbekannter Investor für Ansichten in Davos geäussert hat bin ich fast schon zuversichtlich. Er meint die EU wird auseinanderfallen. Die Flüchtlingspolitik sei verfehlt und Putin habe perfide Pläne seine Ideen zur Erlangung der Vorherrschaft,  umzusetzen. Den erlauchten geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik lässt er Hühnchen und Salat reichen. Dabei erläutert er seine Ansichten. Die Hühnerknochen mögen den Anwesenden im Hals stecken geblieben sein, ob soviel klarer Voraussage. Für mich liest sich alles wie der Blick in die Kristallkugel. Keiner weiss wirklich etwas, alle reden um den heissen Brei. Es sind Ideen gefragt.

Vielleicht helfen uns dabei ja die in Aussicht gestellten Roboterheere die bald überall einziehen werden, wieder kreativ zu werden. Kreativer als das Weltwirtschaftsforum in Davos dessen Haltbarkeitsdauer wohl abgelaufen ist. Denn kein müder Demonstrant hat sich dieses Jahr in die Berge verirrt. Gegen das was dort ablief lohnte es sich nicht einmal mehr zu demonstrieren. Das ist er doch der Beginn des Umdenkens. Nur hat er unten seinen Anfang und nicht oben.

 

Schlüsselloch

Und wieder ist es Januar. Im Dschungel Australiens tummeln sich die „Niemands“. Das Dschungelcamp hat seine medialen Pforten wieder geöffnet. Zum zehnten Mal offenbar. Eine dieser Fernsehsendungen die ja gar niemand aber wirklich niemand schaut. Aber alle wissen Bescheid. Sollte einem aktives Zusehen spätabends nicht möglich sein, verpasst es der verantwortliche Sender niemals, kleine Stücke aus dem Dschunglcamp in anderen Sendungen unterzubringen. Wenn auch nicht gerade in den Hauptnachrichten, so stehen genügend andere Sendegefässe zur Verfügung. Somit haben wir dann alle Kenntnis was die „Niemands“ da unten wirklich „Down Under“ so treiben.

Der Blick durchs Schlüsselloch ist bekanntlich des Menschen liebste Perspektive wenn es darum geht mit Schadenfreude auf dem heimischen Sofa Nüsschen zu knabbern und zu sehen, mit welchem Eifer die eklehaftesten Dinge heruntergewürgt werden, damit dank erworbener Sterne, später am Lagerfeuer mal so richtig gekocht und gegessen werden kann. Lebensmittel sind der Preis für die sogenannten Dschungelprüfungen.

Dazwischen geben die silikongetunten sprechenden Oberweiten gezicktes oder banales von sich. Die bemuskelten oder komplett senilen Männer murmeln unverständliches Zeug.  Intelligenz scheint hier sowieso im Wege zu stehen.

 

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Es bleibt höchsten uns, den Zuschauern vorbehalten, die entsprechende Taste an der Fernbedienung unserer TV-Geräte zu drücken, den Sender zu wechseln oder auszuschalten.

Das tun wir aber nicht. Denn wir wollen unsere Helden leiden sehen, uns an ihrer einfachen Hirnstruktur erfreuen. Das tut so gut, denn wir sind eben nicht so. Gut die entgangene Gage weil wir nicht dazu gehören, das tut weh. Aber wir haben ja andere Vorteile, oder nicht?

Den Promistatus haben sich die Damen salopp gesagt eher erlegen als erarbeitet. Gut, langes liegen kann auch Arbeit sein. Es sollen ja nur drei der zwölf Urwaldmenschen auf Zeit eine Ausbildung haben, werden wir von den Moderatoren aufgeklärt. Dabei habe ich gelernt, dass Tankwart eine Ausbildung sein soll. Ja, ja sogar eine dreijährige Lehre sei da zu bestehen.

Wenn ich an meine Kindheit denke wo ich fast jeden Sonntag für ein Taschengeld bei einem Bekannten an der Tanke ausgeholfen habe. Wagen betankt und Frontscheiben gewaschen. Dann am Kiosk Zigaretten verkauft. Als Zwölfjähriger und fern von jeder Ausbildung. Unvorstellbar. Ganz zu schweigen von der erbrachten Leistung durch Kinderarbeit.

Zurück in den Dschungel, so virtuell, werde ich sicher noch einmal hingehen das steht fest. Ich warte auf die Liebesgeschichte zwischen dem spanischen Toro und seinem Schneewittchen. Das wird allemal die besseren Bilder geben als der minutenlange Fokus auf den Jutevorhang vor der Latrine.