Kinderfasnacht

Jetzt bricht sie wieder an die fünfte Jahreszeit bei den Einen.

Rechtzeitig zu diesem Anlass melden die Behörden die Gefahr die von fertig gekauften Kinderkostümen ausgehen soll. Sie brennen!

Jawohl sie sollen allBildschirmfoto-2016-02-03-um-10.jpgen Brandtests nachgegeben haben und Feuer gefangen, als man sie im Labor angezündet hat. Eine gewiss erstaunliche Tatsache. Das sie dabei in China gefertigt worden sind, spricht dann sowieso noch für das Resultat.

Wir haben uns damals, also als ich noch Kind war,  nie den Kopf über brennende Kleider gemacht. Denn wir wussten seit uns Grossmutter die Geschichte von Paulinchen und seiner Mutter vorgelesen hatte, dass Stoffe brennen, wenn man sie anzündet.

Dieses Wissen scheint den heutigen Eltern abhanden gekommen zu sein. Ebenso das selber fertigen von Fasnachtskostümen zusammen mit den Kindern. Schade nicht wahr?

Bei mir tat es ein alter Jutesack. Drei Löcher hineingeschnitten. Eines für den Kopf und bei den anderen wurden die Arme durchgesteckt. Fertig war das Indianerhäuptlingshemd. Meine Schwester drapierte sich eine alte Tüllgardine kunstvoll um den ganzen Körper und wurde flugs zur bezaubernden Fee. Mutter’s Lippenstift zauberte bei ihr noch süsse rote Bäckchen. Bei mir gab es ein paar Striche auf Stirne und Wangen. Die Kriegsbemalung war des Indianers würdig.

Aber eben die Behörden, wer immer das sein mag und die Büttenredner, haben eines gemeinsam. Sie brauchen Stoff, um die Fasnachtszeit zu überstehen. Die einen, um den Spass zu verderben, die anderen um uns zum lachen zu bringen, wenn ihre Reden gut sind.

Bestimmt werden wir auch an Ostern nichts zu lachen haben. Dann haben die Behörden schon sämtliche Berichte zu den mit Salmonellen verseuchten Eiern in der Tasche, die sie wie jedes Jahr, in den Medien breit schlagen können.

Ich mag gar nicht an die Nitratpökelsalz vergifteten Würste denken die dann im Sommer wieder auf den Grill gelegt werden.

Aber jetzt ist die fünfte Jahreszeit und ich gönne allen ihren Spass.

Auch wenn ich mir kein altes weisses Bettlacken über den Kopf ziehe und als Gespenst durch die Gegend marschiere.

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