Thermomix oder 3D-Drucker?

Was denn nun? Ich habe weder das eine noch das andere Gerät. Aber eigentlich müsste man sie doch haben, oder?

Da sass ich neulich mit Freunden in einem sehr gepflegten Restaurant. Das Abendessen schmeckte toll. Die Teller eine Augenweide. Meine Freunde sind ausgezeichnete Köche und probieren ständig neue Rezepte. Bei ihnen eingeladen zu sein ist immer nebst gesellschaftlicher auch eine Freude für den Gaumen.

Also wir sitzen da und die Frage nach einem Dessert stellt sich. Die Angebote sehen alle verführerisch aus. Warum es mich wunder nimmt weiss ich nicht, dennoch frage ich meine Freunde, ob sie denn eine Eismaschine hätten. Ich kann mir vorstellen, dass hausgemachtes Eis köstlich sein müsste. „Nein“, sagen sie. Dafür gibt es den Thermomix. Aha, davon habe ich gehört. Für mich so ein Gerät, dass zwar alles kocht und macht, aber ob man es braucht darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich bin da immer skeptisch. Denke an den Abwasch und die Reinigung solcher Wundergeräte. Für meinen Singlehaushalt wird sich die Anschaffung nicht lohnen.

Falsch gedacht, sagen meine Freunde. Der Thermomix kann einfach ALLES. Auch Eis zubereiten. Alles was es braucht sind tiefgefrorene Zutaten und Zucker und fertig ist der Hochgenuss. Beeindruckend. Dabei kommen mir aber meine letzten Ferien in Spanien in den Sinn. Mein damaliger Gast schwärmte von selbstgemachtem Halbgefrorenem. Mit Früchten und ohne Zusatzstoffe. Kein Zucker sei nötig. Nur tiefgefrorene Früchte und Eiswürfel. Das klingt wunderbar denke ich. Ich besitze aber keinen Mixer oder Blender, um die Köstlichkeit herzustellen. Also in den nächsten Laden und so eine Maschine besorgt. Mein Gast übernimmt die Herstellung des Früchtezaubers. Es lärmt und knirscht das Gerät und aufeinmal steht es still. Es hat den Geist aufgegeben. Auch die Eiswürfel, die gemäss Anleitung auf der Verpackung im Nu zu Eisschnee werden sollten, sind ganz geblieben. Der Klumpen tiefgefrorener Früchte ebenfalls. Das Gerät macht keinen Mucks mehr. Wir bringen es zurück. Garantiefall meint die Verkäuferin und wir verlassen den Laden mit einem neuen Mixer. Den nächsten Versuch starten wir mit angetauten Früchten und eingekauftem gehacktem Eis aus dem Supermarkt. Das gelingt. Wenn mir einer sagt, das Auge isst mit, hat er recht. Denn es entstand aus dem ehedem farbenfrohen Waldbeerenmix eine undefinierbare lila Masse. Nicht besonders appetitlich. So ohne Zucker schmeckte alles nur sehr sauer. Das muss doch beim Thermomix dann ähnlich aussehen, denke ich.

Zuhause geht mir die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Ich schaue im Internet nach was es zum Thema Thermomix gibt. Es gibt eine Menge. Kleine Filme die das Gerät loben. Dabei fällt mir auf, dass alle immer nur Brokkolisuppe und Schokoladenkuchen zeigen. Als ob ich mich zukünftig mit diesen beiden Speisen ernähren wollte. Die Kritiker weisen auf den enormen Zeitaufwand hin, den die Reinigung in Anspruch nimmt. Ich habe genug gesehen und gelesen und werde bei meiner Art zu kochen bleiben. Brokkolisuppe hin oder her. Der Schokoladenkuchen kann mir gestohlen bleiben und auf lila Waldbeereneis habe ich keine Lust.

Ich bin kein Freund von Datingplattformen. Obwohl eingefleischter Single denke ich manchmal es wäre ganz schön jemanden zu haben, mit dem man ein Stück des Lebensweges gehen könnte. Ich habe mich auf diesen Plattformen umgeschaut. Sogar Profile bei einigen hochgeladen. Kann nie schaden, denke ich. Aber was da so für Antworten kamen, hat mich nicht überzeugt. Viele Selbstdarsteller oder sonst irgendwie verschroben und wohl deshalb hier auf der Suche nach Partnern. Ich glaube immer noch daran, dass man jemanden einfach so trifft. So ganz natürlich auf der Strasse oder im Café. Dann sieht man doch gleich wer vor einem steht. Hört die Stimme und braucht sich nicht stundenlang zu schreiben was denn die persönlichen Vorzüge sind. Aber eben manchmal wäre es schön, jemanden quasi auf Knopfdruck zu haben. So um Mitternacht für einen Schwatz vor dem Zubettgehen.

Wäre das nicht eine Aufgabe für einen 3D-Drucker? Die stellen doch alles her, oder nicht? Warum nicht also einen Partner für mich? Wie müsste er oder sie denn aussehen? Da geht es für mich schon los. Zeichnen kann ich nicht besonders. Es müsste eine Vorlage geben. Einen Filmstar? Wohl kaum. Oder eine Bekanntschaft die mir aus einem Ferienfoto entgegenlächelt? Auch nicht. Oder soll ich ein paar Bilder im Photoshop übereinanderlegen und etwas ganz Neues erschaffen? Da käme ich mir vor wie der Schnitzer von Pinocchio und was wenn der aufeinmal ein Eigenleben führt? Ja gut eine hohle Puppe soll es auch nicht sein. Da könnte ich mir in einem entsprechenden Laden eine dieser aufblasbaren Ersatzkameraden besorgen. Das kommt auch nicht in Frage. Was würde ich denn mit dem 3D-Drucker anstellen? Ich glaube gar nichts und sehe ein, dass ich auch dieses Gerät in Zukunft nicht brauchen werde. Es kann einfach zuwenig…..

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