Wenn Heilige reisen

Es ist wieder soweit. In Spanien reisen die Heiligen von einer Kirche zur anderen.

Es ist „Semana Santa“. Die wohl wichtigste Woche im Jahr des gesellschaftlichen Lebens. Die Familien treffen sich. Es wird gekocht und gebacken. Jeder Tag hat seine eigene Bedeutung. Die Prozessionen in der Nacht sind spektakulär und perfekt choreografiert. Natürlich haben sie ihren Ursprung im tiefen katholischen Glauben. Heute sind sie ein Anlass der alle Menschen in ihren Bann zieht. Die meist engen Strassen in den Orten sind dicht mit Zuschauenden gedrängt. Die Prozession muss sich ihren Weg durch die Menge bahnen. Die prächtigen Statuen werden langsam getragen. Schwer und riesig sind sie und die Träger brechen manchmal fast unter der Last zusammen. Aber es ist eine Ehre Träger sein zu dürfen. Getragen werden die Heiligen auf ihrer Reise von Mitgliedern der „Confrererias“. Bruderschaften, meist aus verschiedenen Handwerksberufen vor langer Zeit gebildet,  die nicht nur die Träger stellen, sondern auch Comparsen sind für den ganzen Umzug.

Es wird ja auch der Leidensweg Christi dargestellt. Mit Pferden, Römern und natürlich dem Christus der das Kreuz schleppt.  Im Mittelpunkt stehen aber die Heiligen die einmal im Jahr von ihrer, ihnen geweihten Kirche zu einer anderen reisen. Am Ende der Woche werden sie wieder zurück gebracht werden in ihre eigene Kirche. Dort warten sie ein ganzes Jahr auf die nächste Reise.

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Das Ganze hat einen wunderbaren Zauber. Für einen Moment bleibt die Zeit stehen und man kann nur staunen und sich der Stimmung hingeben. Wir sollten das öfter tun. Egal, ob wir an etwas glauben oder nicht.

 

Also doch Frühling

„Blog, wo bist Du?“ bin ich gerade gefragt worden. „Ich habe Dich vermisst, seit zehn Tagen schau ich nach und finde keinen neuen Beitrag“, klagt eine meiner treuesten Leserinnen.

Tut mir leid, aber ich war mal eben weg. Nein, nicht wirklich, oder doch, zumindest hier. Aber jetzt bin ich wieder da.

Der Frühling zieht mich in seinen Bann. Zeit für Romantik, Blumen und Osterhasen.

À propos Hasen. Heute feiert Ursula Andress ihren achzigsten Geburtstag, nichts besonderes. Doch eben, denn für mich ist sie nicht wirklich eine begabte Schauspielerin. Vielmehr der Inbegriff einer Frau wo Romantik einenAndres Keystone.jpg hohen Stellenwert hat. Sexy aber nicht vulgär. Eben kein Hase. Ein Wesen das uns immer ahnen lässt, ohne etwas zu zeigen. Man kann gerade jetzt im Frühling seine Fantasien haben, wenn man ihr Bild aus „Dr. No“ sieht. Verführung oder Abweisung, wer weiss das so genau? Das Bild ist heute noch gut. Alles ist da aber nicht wie bei den Kardashians. Dort komme ich mir beim Anblick der ins Auge geknallten Blössen eher vor wie im Schlachthaus wo die Schweinehälften hängen. Da vergeht doch die Lust auf ein Filet.

Das Bild mit Ursula Andress und Sean Connery ist für mich Frühling. Es kann alles entstehen. Frühlingsgefühl ich liebe dich!

Foto Keystone

 

Kommens Kultur…

…löst Willkommenskultur ab. Nun sind sie ja da, die vielen jungen Männer aus dem Morgenland. Alle mit hohem Testosteronspiegel. Wohin mit all der Kraft? Der Aufschrei über die grabschenden „Buben“ in Schwimmbädern und auf öffentlichen Veranstaltungen ist verhallt.

Dafür sorgt nun die folgende Website der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Endlich werden auch diese Menschen männlichen Geschlechts erfahren und wissen, wie „Mann kommt“. Denn in ihren Herkunftsländern haben sie sich ja geradezu auf primitivste Weise vermehrt. Das soll ihnen in Deutschland erspart bleiben.

Alles reich bebildert unter www.zanzu.de. Dazu noch in 13 Sprachen und alles kann höchst diskret eingesehen werden. Wunderbar.

Das nenne ich doch „Dienst am Mann“. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie dann bald die Schlagzeilen in den Medien lauten werden, wenn diese Männer das gelernte auch ausprobieren wollen. Wenn sie sich in Scharen über blondgezopfte Maiden hermachen. (Flechtfrisuren sind der neueste Trend).

Meine Sorgen sind wohl unbegründet, denn die von der Bundeszentrale wissen bestimmt was sie tun. Vorallem mit den Steuergeldern die so eine Kampagne verschlingt.

So lässt sich eine Mitarbeiterin in der Süddeutschen Zeitung zitieren: «Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich».  Zudem sei die Seite mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und unterschiedlichen religiösen Ansichten getestet worden – die Reaktionen seien durchwegs positiv gewesen.

Also dann nix wie ran an die erklärenden Piktogramme. Es sollen alle etwas davon haben!

 

Quelle http://www.zanzu.de

Emoji versus Lesen

☔️🍷🎼😉😍

….das ist die Antwort meiner Freundin in Madrid auf meine Frage wie es ihr den geht.

Für mich eine neue Welt des Verstehens und Lesens auf eine doch sehr einfache Frage. Also muss ich mich schlau machen was es denn bedeuten könnte. Ich werde fündig.

Also es bedeutet, dass es in Madrid regnet, sie bei einem Glas Wein ist (mit jemandem oder allein, weiss ich allerdings so nicht), Musik hört. Das verschmitzte Zwinkern und die anschliessenden Herzchen in den Augen lassen mich darauf schliessen, dass sie nicht allein ist und einen schönen Augenblick geniesst. Was sollte man anderes tun bei Regen in Madrid?

Ich habe meine erste Emoji Botschaft entschlüsselt. Super.

Ehrlich so neu ist doch die Geschichte mit Bildschriften gar nicht. Im alten Ägypten kannte man die Hieroglyphen und in alten Kirchen die bunten Fenster die eine Geschichte erzählen. Das macht auch durchaus Sinn, denn damals konnten die Leute kaum lesen und schreiben. Bilder versteht jeder.

Heute haben wir die Computeranalphabeten und da wurde es höchste Zeit die Bildsprache wieder aufleben zu lassen. Wie sollen die denn sonst kommunizieren?

So einfach scheint es aber nicht zu sein das richtige Emoji zu erwischen, denn jedes Betriebssystem hat wieder andere Formen. Wie soll man da erkennen ob ich jetzt was Anständiges oder eben weniger Anständiges mitteile? Das hat damit zu tun, dass das Ganze aus Japan stammt und die Bedeutungen unterschiedlich übersetzt worden sind. Also besser vor dem Senden noch einmal die Liste durchgehen und die richtige Bedeutung wählen. Oder dann doch wieder mit dem Schreiben und dem Lesen anfangen.

😄👋