Schlag nach bei Shakespeare

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William Shakespeare April 1564 – Mai 1616

Das 100. Sonett

Wo bist du, Muse? Schweigst zu lange schon, statt Macht, die du besitzt, mir neu zu leihn. Verwendest du dein Licht auf Lieder von geringem Wert? Das würde dich entweihn.

Zerstreute Muse, schenk mir deine Gunst! Sie wird hier schwer vermisst. Ins Ohr soufflier Ideen mir, die ich dank meiner Kunst mit Witz und eignen Worten ausstaffier.

Erheb dich, faules Stück, sieh nach, ob Zeit ins Antlitz meiner Liebe Falten schlug. Und wär dem so, spiel der Vergänglichkeit.

’nen Streich, mit Spott und bitte schnell genug, der Liebe noch ein Monument zu setzen, bevor die Jahre ihre Messer wetzen.

Entnommen aus „Verstand&Kürzungen“ von Helmut Krausser, Dumont Verlag

Einfach genial wie Herr Shakespeare das so formuliert hat und gibt mir wieder Schwung, neue Einträge in meinem Blog folgen zu lassen.

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