#MeToo

Ich fühle mich direkt verfolgt durch diesen Hashtag.

Er scheint zum Inbegriff der sexuellen Belästigung in den Medien geworden zu sein. Scheint nicht nur, ist er wohl auch. Ins rollen gebracht durch das übersteigerte Ego eines Filmmoguls der sich nur noch mittels sexueller Belästigung mitteilen kann, weil er nur so seine Macht demonstriert, die ihm ein angenehmes und gewinnendes Wesen sonst auch vermittelt hätte. Hat es aber nicht und optisch gehört er wohl auch zu den benachteiligten Zeitgenossen. Also einer den man nicht mit dem Gipsstäbchen anfassen will.

Vorweg ganz klar, ich verabscheue jede Art von Gewalt und Machtmissbrauch und das gilt für jede Form davon. Darunter gehört auch die sexuelle Ausbeutung mit allen ihren Facetten. Ob an Frauen oder Männern ausgeübt ist egal.

Nur…..

Was heute unter diesem Tag alles Platz haben soll, das verwundert mich immer mehr.

#MeToo ist für mich zum Trittbrett geworden. Genutzt von allen die irgendwie in den Medien erscheinen wollen. Von Hollywood bis zur hiesigen Z-Prominenz. Alle sind

#MeToo

Zynischerweise möchte ich fast sagen, wie schön. Endlich wieder ein Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit in einer Zeit wo nur rücksichtsloses Ausfahren der Ellenbogen zählt, um sich in seiner Position zu halten. #MeToo.

Aber haben wir nicht einfach verlernt oder nie gelernt, wie solche Momente der ungewollten Vertraulichkeit umgangen werden können?

Nein, wir können es nicht mehr. Die Angst vor der politischen Korrektheit in allen Lebenslagen lähmt unseren eigentlich angeborenen Reflex, uns zu wehren, wenn wir etwas nicht wollen.

Wir tragen ein Selbstbewusstsein zur Schau dem im Hintergrund die Selbstsicherheit fehlt. Wir kennen uns selber nicht wirklich. Die meisten Menschen nicht. Davon bin ich überzeugt.

Und weil wir auch in einer sexualisierten Welt leben die jedem von uns vorgauckelt dass wir enorm sexy sein sollten, um Erfolg zu haben, wissen wir gar nicht mehr wie wir unsere Sexualität im Alltag einsetzen könnten. Genau darum fühlen wir uns gleich einmal missbraucht. Ein nettes Kompliment an eine Frau wird gleich als Anmache verstanden. Nur hat Frau nicht gelernt mit Komplimenten umzugehen. Könnte sie das, würde sie blitzschnell unterscheiden, was Kompliment ist und was Anmache.

Wir haben sowieso verlernt Konversation zu betreiben. Körpersprache zu deuten. Das geht halt leider nicht über eine App. Könnten wir das noch so wie unsere Eltern und Vorfahren, dann ginge es doch einfacher.

Denn #MeToo, ist so alt wie die Menschheit. Alles hat seinen Preis, egal was für eine Währung man nimmt. Auch der sexuelle Reiz kann eine Währung sein. Nicht umsonst sprechen wir immer noch von der „Besetzungscouch“ bei Theater und Film. Ich mag die französische Version der „Promotion Canapé“ lieber, klingt doch eleganter, oder nicht? Gilt übrigens für beide Geschlechter in diesen Kreisen..

Denken wir an den gerade vielgeliebten Trachtenlook am Oktoberfest. Weiblein und Männlein tragen da ihre Reize sehr gezielt zur Schau. Vielleicht hilft es dann sogar in ein Promibierzelt zu gelangen. Oder was sind denn gutgefüllte Dirndlausschnitte oder pralle Lederhosenhintern anderes als die Währung? #MeToo?

Auf roten Teppichen sind Busenblitzer und nun auch Blitzer in den Schritt der Abendgarderobe der Protagonistinnen eine beliebte Währung geworden, um auf sich irgendwie aufmerksam zu machen. #MeToo? Bei den Männern scheint es noch nicht soweit zu sein das Gemächt aus dem „zufällig“ offenen Hosenstall baumeln zu lassen. Kommt vielleicht als emanzipatorische Weiterentwicklung auch noch…

Geradezu lächerlich die Klage der Schrowange, immerhin eine angesagte TV-Frau, die am Bildschirm ihr Erlebnis mit einem Intendanten schildert, der sie offenbar in eine schwierige Lage gebracht hat. Womit denn? Er wollte sie zum Abendessen einladen.

Huch…Hätte die gute Frau eben Konversation gekonnt, hätte sie auch gewusst wie sie die Einladung sehr wohl angenommen haben könnte und falls der Herr Intendant dann doch noch andere Gedanken gehabt haben sollte… ja dann gab es zu meiner Zeit den plötzlichen Migräneanfall und die Sache war erledigt..

Trittbrett lässt grüssen #MeToo.

 

 

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