Advent und die Vorfreude

 

 

Bald ist er wieder da. Der erste Advent.

Überall sind die Häuser und Plätze in Orten und Städten bereits reichlich mit Lichtern geschmückt. Weihnachtsmärkte buhlen um die Käuferschaft. Von Glühwein bis zum selbstgehäkelten Tischtuch wird alles feilgeboten.

Bei mir ist auch Advent. Dann öffne ich nämlich jeweils mit Spannung das erste Törchen an meinem kitschig-nostalgischen Kalender. Das kann ich dann bis zum 24. Dezember jeden Tag und freue mich schon beim schlafen gehen auf den nächsten Morgen.

Als Kind war ich zwar sehr neugierig und habe versucht von Anfang an herauszufinden was hinter den Törchen verborgen wäre. Ans Licht halten hat nichts genützt. Dann halt vorsichtig eine kleine Ecke des Türchens anheben. Irgendwie alles untaugliche Massnahmen und so blieb halt nur die Geduld und das Warten bis zum nächsten Tag.

Das habe ich mir über all die Jahre bis heute beibehalten. Diese Vorfreude auf Weihnachten. Am liebsten mit einem einfachen Kalender. Aber glitzerig sollte er schon sein und herrlich kitschig, romantisch sowieso.

Gerne mochte ich die Kalender die gleichzeitig eine Kerze in der Mitte hatten. Sie waren rund und am Abend konnte man die Kerze darin anzünden und hat das Tagesbildchen gleich noch einmal im geheimnisvollen Schein sehen können. Einfach toll.

Ich bin froh, dass mir so ein einfacher Kalender noch so viel Freude macht.

Die Auswahl ist schon so gross, aber wenn ich alle die Kalender sehe, die um die Gunst der Menschen buhlen, dann bin ich leicht überfordert.

Es gibt sie in allen Formen und gefüllt mit allen möglichen Überraschungen. Von der einfachen Schokolade bis zum Minisexspielzeug oder der Weindegustation in einer Kiste, oder für Hund und Katze, oder als Probierset voller Kosmetika. Ich kann nur ein paar Dinge aufzählen. Kurz es gibt den Kalender für alles und jeden.

Gemeinsam haben sie eines.

Es darf sich immer auf den nächsten Tag gefreut werden.

Das hat sich noch nicht geändert und ist auch gut so.

November Blues?

Nicht bei mir.

Das im Moment sehr trübe Wetter hier inspiriert mich so richtig.

Es ist so der Monat vor Weihnachten und ich habe die Zeit mich darauf zu freuen und vorzubereiten. Stöbern in den alten Plätzchen Rezepten von meiner Grossmutter.

Dieses Jahr plane ich nämlich welche zu fertigen und sie hübsch verpackt zu verschenken. Dabei bin ich kein grosser Konditor oder Bäcker aber es macht bestimmt Spass, da bin ich mir sicher.

Wenigstens in meiner Phantasie. Ob ich dann nicht den Tag verfluchen werde wo meine Finger klebrig sind und ich noch unbedingt eine Seite der Rezeptsammlung umschlagen sollte…und dabei kann ich auch den Rührstab in der anderen Hand nicht loslassen, denn es muss unaufhaltsam in der Teigschüssel gerührt werden, steht so jedenfalls auf der Seite die ich gerade noch lesen kann.. TBOM--082517-008ja das wird dann wohl der Moment sein an dem ich lieber wieder an einem sonnigen Strand sitzen würde und einfach mal nichts täte, so wie Gott mich erschaffen hat. Oder, von einem Hügel aus einfach die Landschaft betrachten wie der Mann hier den ich im Internet gefunden habe. Nein, es wird Plätzchen geben dieses Jahr, das steht fest.

Aber wenn ich das Bild so betrachte denke ich daran, dass der November auch ein wunderbarer Monat ist, um sich zu regenerieren. Wenig bis kein Alkohol bis zur Festzeit, viel Schlaf und wenn es das Wetter erlaubt ausgiebige Wanderungen in der nieseligen kühlen Luft. So sollte ich dann für die Adventszeit in jeder Beziehung gerüstet sein. So habe ich auch wirklich keinen November Blues.